Methicillin-Resistenz

Was ist “Methicillin-Resistenz”?

Unter “Methicillin-Resistenz” versteht man einen Resistenzmechanismus von S. aureus, der eine Resistenz gegen die wichtigsten Antibiotika gegen diesen Erreger, nämlich Penicillin-ähnliche Substanzen (sog. Betalaktam-Antibiotika) vermittelt. Das heisst, dass ein “Methicillin-resistenter S. aureus” (MRSA) eine Resistenz gegen sämtliche Betalaktam-Antibiotika aufweist (neue Substanzen dieser Antibiotikaklasse mit MRSA-Aktivität sind zwar in der Entwicklung, jedoch noch nicht zugelassen). MRSA ist nur noch gegen Reserve-Antibiotika empfindlich, die in vielen Fällen im Vergleich zu Betalaktam-Antibiotika eine schlechtere Aktivität und Verträglichkeit aufweisen, teurer sind, und/oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln aufweisen. Viele Studien haben gezeigt, dass MRSA-Infektionen eine doppelt so hohe Sterblichkeit aufweisen wie Infektionen durch “Methicillin-sensible S. aureus” (MSSA) und dass eine inadäquate (falsche) Antibiotikatherapie die Sterblichkeit bei MRSA noch einmal verdoppelt. Auch wenn die Infektion nicht tödlich endet, verursachen MRSA-Infektionen einen längeren, komplizierteren Krankheits-Verlauf, längere Krankenhausaufenthalte und Arbeitsunfähigkeit, und führen daher – neben der Belastung für Patienten – auch zu erhöhten Kosten für das Gesundheitssystem.

Hinzu kommt, dass MRSA – zumindest derzeit in Zentraleuropa – im wesentlichen bei Menschen vorkommt, die Kontakt mit Einrichtungen des Gesundheitssystems hatten, und hier insbesondere bei Patienten, die in einem Krankenhaus behandelt wurden. Wenn eine Kolonisierung mit MRSA erst einmal erfolgt ist, kann der Erreger über Monate oder sogar dauerhaft auf Häuten und Schleimhäuten persistieren. Es gibt zwar Massnahmen zur Eradikation (Entfernung) des Erregers bei Trägerstatus, es hat sich jedoch gezeigt, dass nur bei konsequenter Umsetzung dieser Massnahmen über mehrere Tage und auch nur in einem Teil der Fälle sich ein Erfolg dieser Eradikationsmassnahmen einstellt. Ganz besonders wichtig für eine erfolgreiche Eradikation ist hierbei eine gute Zusammenarbeit von beteiligten Mitarbeitern des Gesundheitssystems (Krankenhausärzte und -pflegepersonal, niedergelassene Ärzte) und betroffenen Patienten.