Fortbildungskurs: ABS Beauftragte – Rationale Antiinfektivastrategien im Krankenhaus

Das InfectioSaar Netzwerk (Nachfolge MRSAar Netzwerk) möchte 2017 in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum des Saarlandes und der Ärztekammer des Saarlandes einen Grundkurs zum ABS-beauftragten Arzt – Rationale Antiinfektivastrategien im Krankenhaus Modul 1 nach dem Curriculum der Bundesärzte-kammer vom 16. Februar 2016 anbieten. Diese Curriculum umfasst insgesamt 40 Unterrichtseinheiten. Der Kurs wird vom InfectioSaar Netzwerk koordiniert (Leiter Prof. Dr. med. Arne Simon).

 

Warum ist dieser Kurs wichtig?

Die gezielte und leitlinienkonforme Therapie mit Antibiotika und anderen Antiinfektiva spielt im klinischen Alltag fächerübergreifend eine große Rolle. Studien haben gezeigt, dass Antibiotic Stewardship zu einer Verbesserung im Patientenoutcome führen, die Selektion resistenter Erreger reduzieren und auch ganz erhebliche Kosteneinsparungen generieren kann.

Das Thema Antibiotic Stewardship wurde in einer S3-Leitlinie von internistischen und infektiologischen Fachgesellschaften aufgegriffen (AWMF Registernummer092/001). In der Kommission Antibiotika Resistenz und Therapie (ART) beim Robert Koch Institut in Berlin wird zurzeit eine Empfehlung erarbeitet, die (analog zu den Hygienebeauftragten) deutschlandweit zur verpflichtenden Einführung von ABS-Beauftragen führen wird.

 

ABS-beauftragte Ärztinnen und Ärzte sollen sich in ihrem klinischen Wirkungsbereich für einen rationalen und gezielten (wenn möglich leitlinienkonformen) Einsatz von Antiinfektiva einsetzen. Die Kursinhalte liefern Ihnen das grundlegende Handwerkzeug dafür. Ärztliche und administrative Leiter von Krankenhäusern, in denen häufig Patienten mit ambulant oder nosokomial erworbenen Infektionen behandelt werden, sollten sich dafür einsetzen, dass mindestens ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin des Ärzteteams diese Qualifikation vorweisen kann. In Kliniken der Maximalversorgung sollte jede Schwerpunktklinik, in der in der häufig Patienten mit ambulant oder nosokomial erworbenen Infektionen behandelt werden, einen ABS-Beauftragten / eine ABS-Beauftragte berufen und fortbilden.

 

An wen wendet sich der Kurs und wer kann teilnehmen?

Zielgruppe sind stationär tätige Ärztinnen und Ärzte aus klinischen Bereichen, in denen häufig Patienten mit ambulant oder nosokomial erworbenen Infektionen behandelt werden. Der Kurs wird sowohl für Assistenzärzte als auch für Fachärzte angeboten und für das gesamte Saarland ausgeschrieben. Die Zahl der teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte wird auf 50 begrenzt, um einen möglichst interaktiven Ablauf zu gewährleisten.

 

Welche Inhalte hat der Kurs?

Zusätzlich zu Detailinformationen über praxisbezogene ABS Konzepte und –Strategien wird das leitlinienkonforme diagnostische und therapeutische Vorgehen bei häufigen und schwerwiegenden infektiologischen Krankheitsbildern im Bereich der stationären Versorgung erwachsener Patienten besprochen. Das Curriculum des Kurses kann auf den Internetseiten der Ärztekammer des Saarlandes eingesehen werden.

 

Welche Vorteile ergeben sich aus einer Teilnahme am ABS-Kurs im Saarland?

Da die Qualifikation des ABS-Beauftragten wahrscheinlich in Zukunft verbindlich gefordert wird, stellt der Kurs einen Qualifikationsvorteil für die Teilnehmer und deren klinische Abteilung dar. Der Kurs wird hier in modularer Form angeboten, was eine Verbindung mit der klinischen Tätigkeit einfacher gestaltet als bei den üblichen Wochenkursen. Insgesamt gibt es deutschlandweit wenige entsprechende Qualifizierungsangebote, so dass die Wartelisten an anderen Orten lang sind. Die Kosten für die Teilnehmenden belaufen sich durch die Unterstützung des InfectioSaar Netzwerkes, der Universitätskliniken des Saarlandes und der Ärztekammer auf 250,- € für den gesamten Kurs.

 

Wann und wo findet der Kurs statt?

Der ABS-Kurs wird ab dem 31. Mai 2017 immer mittwochs nachmittags stattfinden (14.00 – 17.00 Uhr) und zwar an insgesamt 10 Terminen, die mit Schulferien und Feiertagen abgestimmt wurden. Am Ende des Kurses legen die Teilnehmenden eine Internet-basierte CME-Prüfung ab. Die Räume der Ärztekammer des Saarlandes sind für den Kurs reserviert (Faktoreistraße 4, 66111 Saarbrücken), die Hälfte der Termine wird am Standort Homburg (UKS, Nebenraum des Personalkasinos, Gebäude 32) angeboten. Die Kurstermine können auf den Internetseiten der Ärztekammer des Saarlandes eingesehen werden.

 

Wie erhalten die Teilnehmenden ihr Zertifikat?

Der Kurs wird von der Ärztekammer des Saarlandes zertifiziert und zwar jede einzelne Veranstaltung. Zur Erlangung des Zertifikates ist es notwendig, 8 von 10 Terminen zu besuchen. Können keine 8 Termine in diesem Kurs besucht werden ist es möglich, die fehlenden Module zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Abschließend bekommen Sie nach bestandener, internetbasierter CME-Prüfung ein Zertifikat über die Qualifikation zum ABS-beauftragten Arzt / zur ABS-beauftragten Ärztin. Diese Zusatzqualifikation gilt bundesweit und lebenslang.

 

Wo kann die Anmeldung erfolgen?

Die Anmeldung erfolgt über die Internetseiten der Ärztekammer des Saarlandes, sobald diese hierfür eingerichtet sind. Die Anmeldung zum Kurs ist verbindlich und erst nach Überweisung der Kursgebühr (€ 250,-) wirksam.