Archiv für den Autor: dpieroth

Einladung zur MRSAar/netz-Netzwerkkonferenz am 21. September 2016

bereits zum fünften Mal findet unsere MRSAar/netz-Netzwerkkonferenz statt. Gerne würden wir Ihnen die Gelegenheit geben sich über die neuesten Ergebnisse zu informieren sowie sich über die klassischen Sektoren hinweg auszutauschen.

Für das MRSAar/netz laden wir Sie daher herzlich zur Teilnahme an unserer

 MRSAar/netz-Netzwerkkonferenz

ein.

Weiterlesen

Umgang mit multiresistenten Erregern ausserhalb des Krankenhauses

Der Übertragungsweg von multiresistenten Erregern (MRE) wie MRSA, VRE, ESBL und MRGN findet hauptsächlich über die Hände statt. In Krankenhäusern steigt die Gefahr, dass es zu einer Übertragung bzw. nachfolgenden Infektion kommt. Patienten sind aufgrund ihrer Krankheiten geschwächt, und medizinische Maßnahmen wie Operationen etc. unterbrechen die schützende Hautbarriere.

Daher werden Patienten zu Hause und im Krankenhaus unterschiedlich behandelt. Patienten mit 4MRGN oder MRSA werden in der Regel in allen Bereichen isoliert und dürfen das Zimmer nicht verlassen. Patienten mit 3MRGN werden nur in besonderen Bereichen isoliert, in denen es durch die Art der Behandlung besonders leicht zu Infektionen kommen kann (z. B. Intensiv- oder Tumorstationen). Besucher und das Pflegepersonal müssen besondere hygienische Maßnahmen ergreifen.

Zuhause ist eine Isolation nicht notwendig. Hier gibt es normalerweise keine scher kranken, immungeschwächten Patienten, die infiziert werden können. Auch für Kinder sind solche Keime in der Regel ungefährlich. Eine Übertragung funktioniert über direkten Hautkontakt, also ist eine regelmässige und gründliche Händedesinfektion richtig und notwendig.

 

Für Sie persönlich

  • Führen Sie ein normales Leben, und informieren Sie Ihren Arzt, dass bei Ihnen multiresistente Bakterien gefunden wurden.  
  • Sport, Besuch von Kindergarten, Schule oder Schwimmbad sind möglich.
  • Befindet sich der Keim in offenen Wunden, sollen diese sauber verbunden sein und auf einen Schwimmbadbesuch verzichtet werden.
  • Meiden Sie körperliche Kontakte zu Personen mit offenen Wunden, abgeschwächter Immunabwehr, liegenden Kathetern und Tumorerkrankungen. Bitte achten Sie hier besonders sorgfältig auf eine hygienische Händedesinfektion.

MRGN

Die Bezeichnung MRGN der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention steht für multiresistente Gram-negative Stäbchen-Bakterien, und beschreibt das Resistenzmuster der Bakterien (grösstenteils Enterobakterien): Sind die Bakterien gegen drei Antibiotika-Hauptgruppen resistent, werden sie als 3MRGN, bei Resistenz gegen vier Antibiotika-Klassen als 4MRGN bezeichnet.

Sowohl für ESBL- als für MRGN-Bakterien gilt: Gefährlich wird es erst, wenn die Bakterien in die Blutbahn oder in andere Körperregionen eindringen und krank machen. Diese Gefahr besteht vor allem im Krankenhaus. Durch die Resistenzen sich die verursachten Erkrankungen schwieriger zu behandeln.

Die hier beschriebenen Bakterien sind keine obligaten Infektionserreger, d.h. sie können auch lediglich als Besiedelung vorkommen. Ihre Übertragung erfolgt überwiegend über Hände im Sinne einer Schmier- und Kontaktinfektion. Stäbchen-Bakterien werden etwas seltener auf andere Personen zu übertragen als beispielsweise MRSA oder VRE. Wichtigste Gegenmaßnahmen sind gute Hygiene und insbesondere Händehygiene.

Eine bloße Besiedelung des Darms oder der Haut mit diesen Bakterien ist für gesunde Menschen und Kontaktpersonen nicht gefährlich. Eine „Darmsanierung" ist nicht möglich und nicht sinnvoll.

ESBL

ESBL steht für erweitertes Spektrum an beta-Laktamasen (extended spectrum lactamases). Diese Bezeichnung ist aus dem englischen Sprachraum übernommen und beschreibt ein bestimmtes Resistenzmuster bei Enterobakterien.

Enterobakterien und viele andere Gram-negative Stäbchen-Bakterien kommen natürlicherweise im Verdauungstrakt vor. Dort sind sie nicht nur harmlose „Mitesser", sondern helfen auch bei der Erschliessung von Nährstoffen im Darm.

Eine bloße Besiedelung des Darms oder der Haut mit diesen Bakterien ist für gesunde Menschen und Kontaktpersonen nicht gefährlich. Eine „Darmsanierung" ist nicht möglich und nicht sinnvoll.

VRE

VRE steht für Vancomycin-resistente Enterokokken. Im Verdauungstrakt des Menschen befinden sich zahlreiche unterschiedliche Bakterien, unter anderem auch Enterokokken. Sie sind normale Besiedler von Haut, Schleimhäuten und dem Darm. Gelegentlich können sie Ursache einer Infektion sein, die dann mit Antibiotika behandelt werden muss.

Vancomycin-resistente Enterokokken sind gegen das Reserve-Antibiotikum Vancomycin nicht mehr empfindlich.

Hohe Konzentrationen an VRE-Bakterien können im Stuhl und zum Teil im Urin, manchmal auch in offenen Wunden vorhanden sein. Von dort werden sie im Wesentlichen über die Hände auf andere Menschen übertragen. Eine Übertragung ist auch möglich, wenn besiedelte Wunden nicht abgedeckt sind oder die Regeln der Basishygiene nicht ausreichend beachtet werden.

VRE-Bakterien sind für gesunde Personen ungefährlich. Gefährlich wird es, wenn VRE-Bakterien in die Blutbahn oder in andere Körperregionen eindringen und krank machen. Diese Gefahr besteht vor allem im Krankenhaus. Durch VRE-Bakterien verursachte Erkrankungen sind schwierig zu behandeln, da viele Antibiotika nicht mehr wirken.

Eine bloße Besiedelung des Darms oder der Haut mit diesen Bakterien ist für gesunde Menschen und Kontaktpersonen nicht gefährlich. Eine „Darmsanierung" ist nicht möglich und nicht sinnvoll.

MRSA

MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Dies ist ein Bakterium, das in seiner normalen Form bei vielen Menschen ein normaler Bewohner der Haut sowie der Schleimhäute ist. Die Träger dieses Keims sind auch nicht beeinträchtigt, solange es nicht zu einer Infektion, beispielsweise durch eine Eintrittswunde, kommt. Tritt eine solche Infektion auf, kann sie meist gut durch Antibiotika behandelt werden.

Auch das MRSA-Bakterium siedelt auf der Haut und verursacht allein durch sein Vorhandensein noch keine Krankheit. Es unterscheidet sich jedoch vom gewöhnlichen Staphylococcus aureus dadurch, dass es gegen eine Vielzahl der gebräuchlichen Antibiotika resistent geworden ist. Daher sind Infektionen, die durch MRSA verursacht werden, viel schwerer zu behandeln. Das Risiko krank zu werden, ist aber nicht größer.

MRSA ist eine antibiotikaresistente Form des Bakteriums Staphylococcus aureus.

Auf der Haut ist MRSA harmlos (Besiedelung), unter der Haut verursacht er schwierig zu behandelnde Infektionen.

Man kann den Keim mit etwas Mühe wieder loswerden. Weiterführende Informationen zu einer Samierungsbehalndlung finden sie HIER.

„Wann muss ich mir Sorgen machen“ – Ein Ratgeber der Kinder- und Jugendärzte für Eltern

Das MRSAar-Netz ist einer der Partner bei dem Projekt der Kinder- und Jugendärzte: "Wann muss ich mir Sorgen machen" – Ein Ratgeber der Kinder- und Jugendärzte für Eltern.

Die freundlich und übersichtlich gestaltete 32-seitige Broschüre beschreibt leicht verständlich die wichtigsten Atemwegsinfektionen bei Kindern, Fieber, Fieberkrämpfe, Husten, Krupp-Husten, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Schnupfen und Erkältung. Für alle diese Symptome wird dargelegt „Was können Sie tun?“ und „Wann sollten Sie zum Arzt gehen?“. Weiterlesen

Prävalenz-Untersuchung auf MRSA und MRE in Saarländischen Reha-Einrichtungen

Prävalenz-Untersuchung auf MRSA und MRE

Das MRSAar/netz führt ab Mai 2015 eine Untersuchung in saarländischen Rehabilitationskliniken zum Nachweis von MRSA und andern multiresistenten Erregern durch. Diese Untersuchung erfolgt mit Mitteln des Saarlandes und des Bundes.

Nach dem Aufnahme-Prävalenz-Screening in allen Krankenhäusern des Landes 2010 und der Untersuchung der saarländischen Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen 2013 / 2014 wind konsequenterweise als nächste große Gruppe die Patientinnen und Patienten von Reha-Kliniken untersucht.

Weiterlesen

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gültig seit 01.05.2014

Die ambulante Eradikationstherapie von Methicillin-resistenten-Staphylococcus aureus (MRSA) kann künftig im Rahmen der häuslichen Krankenpflege für bestimmte Patientengruppen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnet werden. Der im Januar gefasste Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist seit 01.05.2014 gültig.

Weiterlesen